Lesebefehl 15/07/2013

Stefan Niggemeier zerpflückt in seinem Blog Merkels Interview in der „Zeit“ und empört sich (zurecht)

über ihre bizarr blutleere, abstrakte Sprache (…), mit der sie uns alle in die Besinnungslosigkeit redet

Jakob Augstein sagt auf SPON, das die Kanzlerin die Deutschen im Stich lässt, weil sie nichts gegen die Stasi-Methoden der USA unternimmt.

Richard Gutjahr lässt bei sich den Organisator des Spazierganges zum NSA-Komplex vom Wochenende zu Wort kommen, der von seiner Begegnung der dritten Artmit den verfassungsschützenden Organen erzählt. Eigentlich müsste man als Konsequenz dieser Geschichte jetzt bundesweit solche Spaziergänge über Facebook etc. organisieren und damit bei den Behörden für ein wenig Arbeit sorgen. ;-)

Es wird immer besser. Auf Golem.de kann man lesen, das Innenminister Friedrich letzte Woche nicht in den USA um gegen die Verletzung deutscher Grundrechte zu protestieren, sondern soll

die weitere gemeinsame Nutzung der Prism-Daten für den Bundesnachrichtendienst besprochen haben.

Für wen arbeitet dieser Mann eigentlich? Das fragt sich auch „Der Postillon“ und meldet das die NSA fieberhaft nach Friedrichs Gehaltszettel sucht. ;-)

Zitat des Tages – 01/07/2013

Jürgen Trittin hat heute im ARD-Morgenmagazin ausnahmsweise mal etwas gutes gesagt:

„Es ist ja für die Demokratien eigentlich peinlich, dass so jemand, der sich um die Demokratie ja verdient gemacht hat, (…) der nach unserem Verständnis einen massiven Grundrechtsverstoß aufgedeckt hat, bei Despoten Unterschlupf finden muss, die selbst mit den Grundrechten auf Kriegsfuß stehen.“

Außerdem muss es doch völlig Wurscht sein, was für ein Mensch Edward Snowden ist. Meinetwegen kann er ein Arsch, Dieb, Volldepp oder Massenmörder sein. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht, völlig unabhängig von seiner Persönlichkeit, um die Dinge, die er (endlich) in die Öffentlichkeit gezerrt hat: den fragwürdigen Überwachungszwang der USA, der sogar die Stasi wie einen katholischen Kindergarten aussehen lässt. Jakob Augstein nennt das in seiner Kolumne auf Spon übrigens ganz passend „exzentrischer Fundamentalismus“.