Mein Alltag ohne Desktop-Rechner

Vor einem Monat verabschiedete sich mein heimischer Desktop-PC mit einem leisen puffen aus meinem Leben. Da ich beruflich im Januar sehr stark eingespannt und Abends erst spät zuhause war, hatte ich noch keine Zeit mich darum zu kümmern. Überraschenderweise fehlt er mir aber auch nicht sehr. Oder doch?

Noch vor wenigen Jahren, war ein Desktop-PC für mich ein absolutes Must-have im Haushalt. Die morgendliche Nachrichtenlektüre, Kommunikation, Filme und Zocken – alles erledigte ich mit dem Rechner unter dem Schreibtisch. Im Laufe der Zeit habe ich mir weitere Gerätschaften zugelegt. Ein Smartphone, dessen Bildschirm groß genug für normale Augen ist, ein Nexus 7, ein Chromebook und eine PS3. All diese Geräte haben Aufgaben übernommen, die ich früher am Schreibtisch am PC erledigt habe und ich kann mich dabei sogar auf der Couch fläzen. Der PC diente immer mehr „nur“ noch als Spiele-Plattform und Backup-Plattform für meine owncloud, eMails, Fotos usw.

Alles gut also? Nein. Denn ich fühle mich irgendwie unwohl. An meinem Ubuntu-Rechner hatte ich immer das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Ich wusste immer was, wann, wo auf meinem Rechner passiert. Das Gefühl habe ich mit den Android-Geräten nicht und am Chromebook schon gar nicht. Dort komme ich z.B. nur umständlich an meine ownCloud-Daten und ich bin Google vollkommen ausgeliefert. An der Playstation kann ich nicht alle Spiele zocken, die ich mag – auf Crusader Kings, Civilization und meinem geliebten Flugsimulator muss ich ganz verzichten. Außerdem muss ich alle paar Jahre ein neues Gerät kaufen, um mit der technischen Entwicklung stand zu halten. Beim Desktop-Rechner brauche ich nur ab und an Einzelteile austauschen, wie z.B. die Grafikkarte, RAM oder den Prozessor.

Der Hauptgrund meines schlechten Gefühls ist allerdings ein ganz schlichter: Ich hasse es einfach meine Daten (Mail-Backups, Fotos, Dokumente usw.) nicht „physisch“ hier zuhause auf der Festplatte liegen zu haben. Das klingt vielleicht banal, ist mir aber ungemein wichtig, weil ich es in fast 30 Jahren Computernutzung immer so gehandhabt habe und nicht vorhabe es zu ändern. In den Clouds hängen nur die Daten, die ich an mehreren Orten nutzen muss.

Und so werde ich wohl oder übel in den nächsten Tagen mal die Festplatten checken und die Angebote meiner örtlichen Computerläden prüfen. Es geht also für mich immer noch nicht völlig ohne Desktop-Rechner. Das beruhigt irgendwie. 😉

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